Geigenbau Bestehorn

Philosophie im Geigenbau

Was hat die Philosophie eigentlich beim Geigenbau zu suchen? Geigenbau ist doch ein Handwerk wie jedes andere. Nun vielleicht ist der Ausdruck Philosophie in diesem Zusammenhang auch viel zu hochtrabend. Also reduziere ich diese Seite in Ihrer Überschrift auf die Frage meiner Motivation und meine Grundhaltung zum Geigenbau.

Schon immer hatte mich die Atmosphäre einer Geigenbauwerkstatt fasziniert. Hier gab es Ruhe, Gelassenheit, Geduld, wunderbare Gerüche, geheimnisvolle Lackrezepte, die in eine meist wunderbare Farbgebung der dort sicht- und hörbaren Instrumente führt. Meine Neigung zur handwerklichen Tätigkeit hat sich sehr früh herauskristallisiert und wurde von meinem Vater wesentlich gefördert. Nicht von ungefähr suchte ich mir wohl in der kardiologischen Medizin auch die handwerklich betonte Arbeit im Herzkatheterlabor aus. Mit dem Ruhestand nach meiner ärztlichen Tätigkeit konnte ich mir endlich meinen langjährigen Traum einer geigenbauerischen Tätigkeit erfüllen. In Norsingen konnte ich mir im Elternhaus meiner Frau eine wunderbare Werkstatt einrichten, in welcher ich seit Ende 2014 tätig bin. Wenn man so spät in eine völlig andere Tätigkeit einsteigt, hat man nicht viel Zeit zu verlieren. Für den Besuch eine regulären Geigenbauschule war ich mit damals bereits 65 Jahren zu alt. Also wählte ich den unkonventionellen schnelleren Ausbildungsweg und suchte mir über das Internet einen Lehrmeister, den ich in Dresden in Steffen Friedel fand. Mit ihm zusammen habe ich mehrmals mehrere Wochen zusammen gearbeitet und das Wesentliche dafür gelernt, dass ich in meiner Werkstatt alleine weiter üben und bauen konnte. Daneben besuchte ich weitere Lehrgänge mit Spezialthemen wie Lackieren, Schnecken schneiden u. Anderes. Vor Ort erhalte ich bei Bedarf wundervolle und vorbehaltlose Unterstüzung durch im wesentlich zwei ortsansässige Geigenbauer, Herrn Ersen Aycan und Herrn Kolja Lochmann. Des Weiteren steht mir in der Einrichtung meiner Instrumente mein langjähriger Cello-Lehrer Professor Christoph Henkel (Freiburg) sowie in jüngere Zeit Herr Pal Molnar aus Rastatt zur Seite.

Natürlich erfinde ich die Geige nicht neu. Der Hauptinhalt meiner Arbeit ist der Nachbau von Geigen, Bratschen und Celli berühmter alter Meister wie Stradivari, Guaneri, Guadagnini, Testore, Bergonzo, Vuillaume und andere. Der Nachbau der Instrumente wird möglich durch die sorgfältige Arbeit des Verlages „The Strad“, der phantastische Poster sowohl mit Fotographien als auch mit den Originalmaßen aller wichtiger Instrumentdetails enthält. Diese Originalmaße versuche ich möglichst genau auf meine Instrumente zu übertragen. Dennoch bin ich auch Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Die größte Neuerung in der mehr als vierhundertjährigen Geigenbaugeschichte ist die Erfindung eines höhenverstellbaren Carbonstimmstockes (Anima Nova) von Pal Molnar aus Rastatt. Diese überaus intelligente Erfindung revolutioniert in meinen Augen die immer problematische und komplizierte Klangeinstellung fertiger Instrumente, die mit konventionellen Stimmstöcken immer hinter ihren theoretischen klanglichen Möglichenkeiten zurückbleiben müssen.

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Instrumente

Nachfolgend sehen Sie Instrumente die ich in den letzten Jahren angefertigt bzw. restauriert habe.
Einen Gesamtüberblick finden Sie hier.

Hans-Peter Bestehorn
Lettenweg 13
79238 Norsingen
Tel.: +49 7633 9248030
Mail: info@geigenbau-bestehorn.de

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